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BADISCH SCHMECKT’S:

BZ-RESTAURANT-TEST: Die "Casa Española" in Freiburg / Lammgulasch mit Patatas Fritas

Die Zeiten, als Artischockenherzen und andere einfache Tapas noch in den originalen Blechdosen serviert wurden, sind lange vorbei. Nach dem Standortwechsel in die Adelhauserstraße begann die neue Ära unter der Leitung der zwei Vollblutgastronomen Benedikt Garrido und Thomas Kleis. Was geblieben ist, sind die Neonlampen an der vergilbten Decke im oberen Teil des Lokals. Nicht gerade kuschelig, aber sehr authentisch.

Im Kellerbereich ist’s gemütlicher. Serviert wird neben klassischen Tapas (warm und kalt) auch eine Auswahl an verschiedenen Speisen von unerwarteter Qualität. Die "Casa" ist, Gott sei Dank, eine Convenience-freie Zone. Die Salate mit Poulardenbrust, Fischfilets oder Riesengarnelen werden mit einwandfreiem Dressing gereicht. Das Lammgulasch mit kräftiger Sauce und Patatas fritas ist schnörkellos gekocht. Zanderfilets mit Gemüsereis sind von angenehmer Leichtigkeit und sehr gut abgeschmeckt. Eine mediterrane Küche, die neben Fisch und Geflügel auch deftige Schmorgerichte schmackhaft auf den Tisch bringt.

Auffallend ist die durchweg hohe Produktqualität, auf die die beiden Inhaber offensichtlich großen Wert legen. Die Weinkarte ist ausschließlich mit spanischen Weinen bestückt. Neben einigen bekannten Bodegas befinden sich auch unbekannte Weingüter auf der laminierten Weinkarte. Wein
wird hier in üppigen Mengen konsumiert — nicht zuletzt der Kalkulation wegen. Rioja Rosado oder Tinto werden mit 2,90 Euro pro 0,2-Liter-Glas von den Gästen gerne angenommen.

Auch die Flaschenweine sind gastfreundlich kalkuliert. Der Service ist freundlich, zeitweise aber — des großen Umtriebs wegen — etwas überlastet. Wer einen ruhigen, lauschigen Abend mit spanischen Speisen erleben will, hat es in der stark frequentierten "Casa" schwer, alle anderen haben hier viel Spaß.

Quelle: Restaurantführer "Badisch schmeckt's", 2. Ausgabe 2008